Probiererlebnisse mit allen Sinnen

Fünf Fragen an... Jörn Gutowski

Ein Gespräch mit TRY FOODS-Gründer Jörn Gutowski bei Kaffee und Ingwer-Zitrone-Tee in einem schicken Café am Berliner Alexanderplatz. Jörn kenne ich aus Arbeitszusammenhängen schon mehr als 10 Jahre und es war in den letzten eineinhalb Jahren spannend zu beobachten, wie sich das Projekt entwickelt hat. Ihn packe ich in die Generation Gründer, die in den langen Jahren Berufserfahrung viel erreicht und Wertschätzung erfahren hat. Bei Jörn gab es dann aber – wie bei vielen anderen auch – einen Punkt zu sagen, „ab jetzt für mich“!

Wie wurdest du zum Gründer und was steckt hinter TRY FOODS?
Angefangen habe ich vor ungefähr zwei Jahren mit der Idee zu TRY FOODS. Ich stelle außergewöhnliche Probiersets mit Lebensmitteln zusammen. Beispielsweise fünf Probepäckchen Kaffee aus unterschiedlichen Ländern in einer Box.

Den Probiersets liegt immer eine umfangreiche Informationsbroschüre bei, in der Hintergründe und Fakten zu den Lebensmitteln sowie auch meine eigenen Erfahrungen mit ihnen aufgeführt sind. Schon bald während der Ideengenerierung und des Produktdesigns wurde mir klar, dass ich meinen Angestelltenjob kündigen werde, um mich Vollzeit dem Unternehmen zu widmen.

Worauf hast du bei der Entwicklung großen Wert gelegt?
Neben der Auswahl qualitativ hochwertiger Lebensmittel habe ich großen Wert auf das Produktdesign gelegt. Für die Zusammenarbeit in der Gestaltung der Sets konnte ich meinen Sandkastenfreund gewinnen, der inzwischen mit einem Partner in London eine Produktdesign-Agentur betreibt. Die Probiersets sind mehr als nur eine reine Verpackung mit Lebensmitteln. Für den Kunden soll es ein Erlebnis sein, die Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes zu „entdecken“.

Wie organisierst du Lagerung und Vertrieb der Probiersets?
Ich habe großes Glück gehabt und eine kleine Werkstatt gefunden, die das für mich übernimmt. Die konnten flexibel auf meine Wünsche eingehen und haben einen sehr individuellen Prozess gestaltet, um die Probiersets zu konfektionieren und zu versenden. Ich selbst habe ja gar keine Zertifizierung, um Lebensmittel abfüllen zu können. Die Stephanus-Werkstätten sind ein gemeinnütziges Projekt, das für Menschen mit Behinderung Arbeitsplätze anbietet.

Du hast eine für Gründer eher ungewöhnliche Rechtsform gewählt!
Mein Steuerberater hat mir empfohlen, eine GmbH & Co. KG einzurichten. Das verursacht zunächst durch zwei Firmengründungen und zwei Notarverträge doppelt Kosten. Allerdings war es mir wichtig, meine Geschäftspartner und Investoren so einzubinden, dass es für sie Vorteile und für mich als Gründer größtmögliche Freiräume bietet. Den Investoren ist wichtig, dass sie als Kommanditisten der Kommanditgesellschaft (KG) mit nur einem geringen Geldbetrag persönlich haften und dass sie für das eingesetzte Kapital in Zukunft eine angemessene Verzinsung erhalten. Ich selbst bin auch Kommanditist der KG und halte eine 2/3-Mehrheit. Komplementär (Vollhafter) ist die GmbH, deren Geschäftsführer ich bin. Über die GmbH erhalte ich alleinige Geschäftsführungsbefugnis. Ein auf den ersten Blick etwas verwirrendes Konstrukt, das für mich in der derzeitigen Situation Sinn macht.

Welche Zukunftspläne hast du für TRY FOODS?
In Zukunft soll es Themen- und Probierabende geben, die auch von Unternehmen als VIP- oder Incentive-Veranstaltungen gebucht werden können. Hier stehen Unterhaltung, Genuss und Informationen rund um die vielfältigen TRY FOODS-Produkte im Vordergrund. Außerdem soll es TRY-Themensets geben. Beispielsweise ein TRY-Berlin mit lokalen Produkten und Informationen zu den Trends der hiesigen Szene.

P1010417_kleinIch hab es selbst ausprobiert und mir ein Kaffeeset bestellt. Das Gesamtprodukt aus Verpackung, Information und Lebensmittel ist wahrlich großartig gemacht. Alles ist sehr liebevoll und mit Bedacht zusammen gestellt. Inzwischen habe ich die anderen Sets auch an Freunde verschenkt. Ende März wird’s ein Schokolade-Probierset geben. Ich werde der erste Kunde dafür sein!

Versuchs doch auch mal! www.tryfoods.de