Lutz hat ein Sojagesicht

Mthe & Ilka am KaffebüdchenZwei Powerfrauen mit neuer Mission

Marthe Berens (Jahrgang 76) und Ilka Buchloh (Jahrgang 67) waren ihre Jobs als Kamerafrau und Künstlermanagerin satt. Als beide auf der Suche nach einer neuen Herausforderung waren, brachten gemeinsame Freunde sie als Team zusammen. Und schwups: Der KaffeeKiosk auf dem Wilhelmsplatz in Köln-Nippes war eröffnet.

Kaffeekochen lernen

So ganz einfach war das natürlich nicht. Denn beide hatten keine Ahnung, wie man Cappuccino oder Latte macht. Aber: Beide hatten eine Idee, wie das aussehen könnte und vertrauten ihrer Kreativität. Und so gab es vor der Eröffnung mehrere Monate lang jeden Tag ab acht Uhr Zeit, sich zu finden, Kaffeekochen zu lernen, zu recherchieren, Plätzchenrezepte auszuprobieren und den Belag für die Marktstullen zu testen. Alles ist selbstgemacht, mit regionalen Produkten. Und mir viel Liebe.

Der besondere Ort

Und nach einem Jahr sind beide hochzufrieden, lieben ihre Freiheit, selbst bestimmen zu können und sofortiges Feedback für ihre Arbeit zu bekommen. Viele Stammkunden kommen über den Tag verteilt. Der Kiosk, den sie übrigens bei ebay-Kleinanzeigen gefunden haben, liegt auf dem Wilhelmsplatz in Nippes, auf dem bis auf Sonntag jeden Tag Wochenmarkt ist. Das Publikum ist vielfältig, so wie der Stadtteil. Und alle kommen zu Ilka und Marthe, um zu plaudern, Zeitungen zu kaufen oder Kaffee zu trinken. „Der Kaffee ist ausgezeichnet“, sagt Andreas, einer der ersten Kunden jeden Morgen. „Damit beginnt der Tag.“

Gründen mit 40+

Ich finde es sehr bemerkenswert, wie Ilka und Marthe an die Sache rangegangen sind. Sie haben einfach gemacht. Beide wußten, dass sie anders an die Sache rangehen würden, als ihre Vorgänger, die nicht so erfolgreich waren. Natürlich gab es auch negative Stimmen zu Beginn, die den beiden Damen das nicht zugetraut haben. Sie haben es allen und sich selbst bewiesen: „Wir schaffen das!“ Sie haben die Gründungsphase durchgehalten und sich Schritt-für-Schritt um Gewerbeanmeldung, Bank, Finanzamt und Gesundheitsamt gekümmert.

Nach einer Sommerschreibpause hier im Blog, will ich jetzt wieder regelmäßiger über meine Gespräche mit Gründern berichten und Tipps geben. In meinem Umfeld sind viele mit 40+ auf dem Weg, etwas Neues für sich zu finden. Dazu werde ich in nächster Zeit ein paar Eindrücke in weitere Texte fassen. Seid ihr selbst „betroffen“? Schreibt mir gerne.

Ach ja, warum hat Lutz ein Sojagesicht? Ilka meint, nach einem Jahr erkennen zu können, welche Art Kaffee die Kunden wohl bestellen werden. Lutz hat halt ein Sojagesicht, also kriegt er einen Latte mit Sojamilch. Probiert es doch selbst mal aus! In der Kaffeebud in Nippes!