Der Liebesschlösser-Sebastian

LiebesschlösserWenn es kein Trend ist, dann schafft ein Gründer einen Trend. So auch Sebastian Hensel (Jahrgang 1988) aus Berlin. Nach einem Besuch auf DER Brücke der Liebesschlösser, der Hohenzollernbrücke in Köln, gründete er kurzerhand einen Versand für Liebesschlösser. Nein, nicht in Köln, sondern in Berlin. Von dort verlassen teilweise 500 Schlösser pro Tag seine Werkstatt. In Spitzenzeiten vor Weihnachten auch schon mal 15.000 Stück und bei Firmenbestellungen beispielsweise 14.000 Stück innerhalb einer Woche. Eine Wahnsinnsmenge!

Während meines kurzen Besuchs in Sebastians Ladengeschäft in der Berliner Reinhardtstraße hat er mir so viel über sich und sein Gründerleben erzählt, dass ich damit alleine ein Buch schreiben könnte. Der junge Mann sagt von sich selbst, dass er am Anfang viel Glück gehabt und erst danach Verstand (in Sachen Selbstständigkeit) bekommen hat.

Nach Realschulabschluss und einer langweiligen Industriekaufmannsausbildung hat er zunächst als Moderator einen Radiosender in Bayern mit aufgebaut. Zitat: „Labern kann ich!“ Kann ich bestätigen. Er erzählt gern und offenherzig von seinen Abenteuern. Das machte das Gespräch so kurzweilig.

Eigentlich muss ich aber noch vor dem Realschulabschluss anfangen. Denn mit sieben Jahren hat er an der Volkshochschule seinen ersten HTML-Kurs absolviert und mit diesen Kenntnissen Webseiten programmiert. Er hat ganz früh angefangen, unternehmerisch tätig zu sein!

Mit einem seiner ersten „richtigen“ Projekte hatte er dann das oben erwähnte Glück, hat sich finanziell freigeschwommen und den Gewinn in weitere Projekte investiert. Ein Projekt finanziert so das Neue. „Ich habe meist mehr als fünf Projekte parallel laufen“, sagt Sebastian. Projekte unterschiedlicher Art, mit mehreren Partnern.

Der KrämerDas Geld für die erste Graviermaschine kam auch aus dem Gewinn eines Vorgängerprojektes. Inzwischen sind drei Maschinen parallel im Einsatz. Von einem Hinterhofbüro ist er schnell in die Premiumlage in der Reinhardtstraße 19 umgezogen. Im Laden gibt es erlesene Geschenkideen und die Liebesschlösser. Das Ladengeschäft ist eine ehemalige Metzgerei. Sebastian steht wie ein alter Krämer hinter der Ladentheke. Er weiß, was er kann und wie er Menschen von seinen Ideen begeistert.

Eine dieser Begeisterungsideen hat ihn letzte Woche ins Fernsehen gebracht. Dort hat er an der „Männer-Version“ der VOX-Sendung „Shopping Queen“ teilgenommen. Für ihn war das ein reiner Marketinggag, da er als „Liebesschlösser-Sebastian“ vorgestellt wurde und sein Ladenlokal gezeigt wurde. Die Bestellungen schossen nach der Sendung in die Höhe. Die Idee dahinter, seine eigene Projektidee ins Fernsehen zu bringen, setzt er demnächst übrigens um in einer eigenen Casting-Agentur. Hier können sich Menschen mit ihren Projekt- oder Produktideen bewerben und die Agentur platziert die Bewerber in Fernsehshows. Eine neue Idee ist geboren.

Sebastian ist ein Seriengründer. „Ich bin nicht fürs Tagesgeschäft geeignet“, sagt er. Am Anfang fuchst er sich in jedes Detail ein, übergibt dann aber die Verantwortung einem vertrauensvollen Mitarbeiter.

Sebastian hat jung und klein angefangen. Aber er hat angefangen, er hatte den Mut und das finde ich mal wieder bewundernswert.

Liebesschlösser für die Welt aus Berlin. Ich wünsche Sebastian, seinem Team und seinen vielen Projektideen viel Erfolg! Wir werden sicherlich demnächst noch einmal von ihm hören.

Liebesschloss.de
süperb.de

Ein Gedanke zu “Der Liebesschlösser-Sebastian

  1. Ein Aspekt fiel mir im Nachgang noch ein. Sebastian hat keine Angst vor Konkurrenz. Er weiß, dass das Projekt Liebesschlösser einige Zeit gut laufen und der Hype irgendwann zu Ende gehen wird. Eigentlich freut er sich über jeden, der mit der eigenen Liebesschloss-Produktion Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt und damit auch auf seine Internetseite und seine Dienste. Spanndende These, denn das ist etwas, was ich von jungen Leuten oft höre, die eine Geschäftsidee haben: Nur nicht erzählen, es könnte ja jemand anderes kommen und meine Idee klauen. Wie man hier sieht: Es gibt Unternehmer, die eher Chancen sehen, wenn Mitbewerber auftreten.

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