Eine Frage der Haltung

HalloweenmaskeNicht erschrecken!
Gestern war Halloween und Menschen wurden durch gruselige Masken erschreckt. Ursprünglich sollten ja mal böse Geister dadurch vertrieben werden. Die meisten Gründer bringen auch Ängste mit. Diese versuche ich hier im Blog und in meinen Beratungsgesprächen zu vertreiben.

Weiterlesen

Die erste Steuererklärung

Formular EinkommenssteuererklärungBei diesem Wort sehe ich die Panik in den Augen eines jeden Gründer: Finanzamt! Ist ein wenig berechtigt, das gebe ich zu. Vor allem auch, weil ich damit nichts Persönliches verbinde. Denn wer hat schon einmal seiner Finanzbeamtin die Hand gegeben? Ich schicke da etwas hin, entweder per E-Mail oder per Post und warte gebannt auf Antwort. Besonders auf die allererste Steuererklärung als Selbstständiger.

Die hat schon so manch einem Gründer besondere Schwierigkeiten bereitet. Auch wenn die Umsatzsteuererklärungen regelmäßig abgegeben worden sind und Umsatzsteuervorauszahlungen geleistet wurden… es gibt ja noch die Einkommenssteuer, die gezahlt werden will. Und dafür sollte vorgesorgt, sprich gespart werden.

Das Finanzamt will nämlich, sobald die erste Steuererklärung einmal festgesetzt wurde, beinahe sofort die Steuern für die zurückliegende Zeit und das aktuelle Jahr. Zu Beginn des neuen Jahres wird dann auch eine Vorauszahlung fällig.

In den letzten zwei Jahren habe ich einen Gründer, nennen wir ihn Horst S., begleitet. Er hat den Schritt in die Selbstständigkeit im Juli 2013 getan und arbeitet als freier Berater, Moderator und bietet Fortbildungen in seinem Spezialgebiet an. So hat Horst das gemacht.

Seit Juli 2013     Belegsortierung und Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldungen
Für Horst haben wir die hier im Blog bereits beschriebenen Methoden zur Umsatzsteuervoranmeldung genutzt und sind damit gut gefahren.

Weiterlesen

Ab ins Ausland!

projets stylosLebensbereichernde Erfahrungen

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie bereichernd es für mich war, in jungen Jahren im Ausland zu arbeiten. Für ein internationales Bildungsprogramm hatte ich das Glück als Deutscher in Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Finnland arbeiten zu dürfen. Das hat nicht nur meine Sprachkenntnisse (Englisch und Niederländisch) auf Vordermann gebracht, sondern auch intensive Einblicke in lokale (Arbeits-)Kulturen geboten. Eigentlich immer hatte ich auch das Vergnügen, in Gastfamilien zu wohnen. Das hat dem Aufenthalt noch einmal eine andere, tiefere Dimension gegeben.

Als Unternehmer ins Ausland

Mit dem Programm “Erasmus for Young Entrepreneurs” haben schon seit 2009 junge Unternehmer aus Deutschland die Chance, bei einem Unternehmen (Gastunternehmen / Host) in einem europäischen Land für bis zu sechs Monate zu arbeiten. Jetzt wurde das Programm neu aufgelegt. Eine Altersbegrenzung gibt es bei diesem Programm nicht. Es gilt jedoch nur für junge Unternehmer in den ersten drei Jahren der Gründungsphase oder für diejenigen, die einen Businessplan in der Hand haben und loslegen wollen. Die Teilnehmer bekommen eine finanzielle Unterstützung für die Dauer des Aufenthalts!

Weiterlesen

Der Liebesschlösser-Sebastian

LiebesschlösserWenn es kein Trend ist, dann schafft ein Gründer einen Trend. So auch Sebastian Hensel (Jahrgang 1988) aus Berlin. Nach einem Besuch auf DER Brücke der Liebesschlösser, der Hohenzollernbrücke in Köln, gründete er kurzerhand einen Versand für Liebesschlösser. Nein, nicht in Köln, sondern in Berlin. Von dort verlassen teilweise 500 Schlösser pro Tag seine Werkstatt. In Spitzenzeiten vor Weihnachten auch schon mal 15.000 Stück und bei Firmenbestellungen beispielsweise 14.000 Stück innerhalb einer Woche. Eine Wahnsinnsmenge!

Weiterlesen

Gründen mit Sheldon Cooper (I)

Zum Knuddeln und Fremdschämen zugleich tritt er auf: Der junge Wissenschaftler Sheldon Cooper aus der TV-Serie „The Big Bang Theory“. In der Folge „The Work Song Nanocluster“ (Staffel 2, Episode 18) trifft er auf seine Nachbarin Penny, die gerade ein Unternehmen gründet. Sie bastelt Haarschmuck an ihrem Wohnzimmertisch.

Und natürlich wird Sheldon direkt hineingezogen in das Abenteuer. Als Wissenschaftler weiß er natürlich alles. Auch alles, rund um das Thema Existenzgründung. Und so nimmt das Drama seinen Lauf.

Umsatz, Kosten, Steuern

Sheldons erste Fragerunde zielt auf Pennys möglichen Umsatz, ihre Kosten, zu zahlende Steuern und den daraus resultierenden Gewinn ab.  Penny gerät ins Stottern. Als sie verneint, dass sie für ihren Haarschmuck steuerpflichtig wird, sagt Sheldon mit Vehemenz: „Das Finanzamt wird dir hier strengstens widersprechen!“

So sehr Sheldons Kommunikationsqualitäten hier mal wieder den Bach runtergehen, indem er Penny schroff beleidigt, Recht hat er. Zu raten ist jungen Gründern, sich im Vorfeld sehr wohl Gedanken um Umsätze, Kosten und Steuern zu machen.

Vorlage Tabelle Lebenshaltungskosten

Letztendlich ist die alles entscheidende Frage, vor allem für die vielen Solo-Selbstständigen, ob die eigenen Lebenshaltungskosten gedeckt werden können. Als Vorlage zur Berechnung der monatlichen Lebenshaltungskosten habe ich eine Excel-Arbeitsmappe erstellt. Ich empfehle, für mehrere Monate alle Quittungen und Belege zu sammeln und Ausgaben dann gemeinsam mit den Zahlen aus Kontoauszügen als Grundlage zu nehmen, das monatliche Budget auszurechnen. Die Geschäftsausgaben habe ich in die Berechnung eingefügt, weil sich die Tabelle in erster Linie an Einzelunternehmer / Solo-Selbstständige richtet.

Wie viel muss ich mindestens verdienen, um meine monatlichen Ausgaben zu decken? Penny jedenfalls ist geschockt als Sheldon ihr vorrechnet, wie wenig sie denn pro Tag verdient mit ihrer Haarschmuck-Produktion. So, wie sie ihr Unternehmen begonnen hat, kann sie jedenfalls nicht weitermachen. Sie bittet Sheldon um Hilfe. Dazu mehr in einem an anderen Beitrag.

Aufgabe für alle Gründer: Tabelle Lebenshaltungskosten ausfüllen.

Tabelle Lebenshaltungkosten

 

Erfolge dokumentieren

Der Selbstständige telefoniert, schreibt, spricht, absolviert einen Termin nach dem anderen. Am Ende der Woche bleibt die Frage: Was hab ich eigentlich die ganze Zeit gemacht?

Es lohnt sich, die Arbeitsergebnisse und die Erfolge zu dokumentieren. Für sich selbst, zur Eigenmotivation. Auch um anderen zu zeigen, welche Leistungen erbracht werden.

Die Dokumentation kann zunächst ganz einfach in einem Textdokument erstellt werden.
Beispiel: Datum  |  Kunde  |  Beschreibung des Auftrags

Interessant wird es, wenn die einzelnen Aufträge mit Fotos oder Zitaten des Kunden hinterlegt werden können. Habe ich einen guten Kontakt zum Kunden / Auftraggeber und kann ich ihn bitten, ein kurzes Feedback zu schreiben? Dieses kann später auf der eigenen Internetseite in der Rubrik “Referenzen” veröffentlicht werden.

Da ich meist Schwierigkeiten habe, Fotos zu veröffentlichen, da ich die Rechte an den Fotos nicht habe, hatte ich die Idee, Programme und auch meine eigenen Namensschilder zu fotografieren und diese auf meiner Internetseite einzustellen.

Natürlich ist das Schreiben von Rechnungen auch eine Art Dokumentation der Leistungen. Die Beschreibung der Einzelaufträge und vielleicht auch ein Innenhalten und Nachdenken, was das Besondere an diesem Auftrag war, ist nicht zu unterschätzen.

Medienmacher brauchen mehr Gründungsunterstützung

“Wo sind die Medienmacher von morgen?”
Talkrunde im Rahmen des Medienfests NRW am 23. Juni 2013 in Köln

Foto: Medienfest.NRW / Ralph Sondermann

Christian Rau (links) und Dustin Steinkühler sind junge Selbstständige, die sich den Fragen der Medienfestprogrammleiterin Bettina Baum stellten.

In der Talkrunde ging es darum, festzustellen, welche Wege Medientalente einschlagen können, um sich selbstständig zu machen oder ein Unternehmen zu gründen.

Dustin Steinkühler (Geschäftsführer der überRot Film- und Design-Agentur) beschrieb seinen Weg in die Selbstständigkeit schön mit dem „Zwei-Standbeine-Prinzip“. Nach seinem Studium hatte er in diversen Bereichen Arbeitserfahrung gesammelt, bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Er empfiehlt jungen Gründern, das dadurch entstandene große Kontaktnetzwerk zu nutzen. Mit einem Bein kann die Selbstständigkeit mit den eigenen Projekten aufgebaut werden. Mit dem zweite Standbein kann man, um den Lebensunterhalt zu finanzieren, für ehemalige Arbeitgeber oder ehemalige Kunden kleinere Aufträge ausführen.

Die Branche sucht Talente. Das sagt auch Christian Rau, Inhaber einer Film-Kommunikationsagentur und selbst Regisseur. „Es ist ein langer Weg in die Selbstständigkeit. Und ein sehr individueller.“ Er gibt den Tipp, in viele Bereiche reinzuschnuppern und alles auszuprobieren. Durch eigene Projekte und durch Praktika werden Fachwissen und Arbeitserfahrung erworben.

Als Gründerberater und -förderer nahm Matthias Gräf, Geschäftsführer des Kölner Gründungsinkubators Startplatz, teil. Er sagt, dass es vielen jungen Selbstständigen an Wissen im Gründungsbereich fehlt und dass viele die Gründung zu leichtsinnig angehen. Er wünscht sich mehr Ausbildungsmöglichkeiten für Gründer.

Eine schöne Antwort hatten die Talkgäste auf die Frage nach ihren Businessplänen. “Selbst in der Sowjetunion hatten Fünf-Jahrespläne keinen Erfolg. Wieso sollten sie dann für einen schnelllebigen Gründungsprozess geeignet sein!” Gute und realistische Planung sei natürlich notwendig. Aber einen umfangreichen Businessplan benötige erst einmal nur der, der sich mit Investoren und Banken auseinander setzen will. Es gibt inzwischen andere, auch visuelle Modelle, mit denen ein Unternehmen besser abgebildet werden kann (s. Business Model Canvas).

Das Land NRW ist bei Ausbildungen in Medienberufen sehr gut aufgestellt. Die erste Infoseite dafür ist www.medienkarriere.nrw.de. Weiterhin ist das AV-Gründerzentrum NRW ist die Anlaufstelle für Unternehmertalente im Medienland NRW.  Dort werden junge Gründer und Unternehmer aus der Medienbranche beraten und können sich um ein Stipendium bewerben. Vier der fünf Talkgäste waren Stipendiaten der AV-Gründerzentrums NRW und wissen die Förderung und das Netzwerk sehr zu schätzen.

Ich bin sicher, dass in Zukunft viele Medientalente den Schritt in die Selbstständigkeit wagen werden. Ob Games-Entwickler, Social-Media-Manager oder Youtube-Regisseur: Ausprobieren, von Experten lernen und Netzwerkaufbau sind für mich die drei Kernpunkte für einen erfolgreichen Start als selbstständiger Medienunternehmer.

Ich bin dann mal weg

Selbstständige und Urlaub

Oh, wie produktiv ich in den letzten Tagen war. Es bahnte sich Urlaub an und vorher musste noch vieles abgearbeitet werden. Das waren lange Tage, aber die Aussicht auf die komplett freien Urlaubstage gab Motivation.

Selbstständige und Urlaub: Das geht! Und muss sein. Ein jeder muss Kraft sammeln, den Kopf frei bekommen, die Gedanken auf andere Dinge lenken.

Vor allem für die vielen Solo-Selbstständigen bedarf es natürlich etwas Planung im Vorfeld:

  • Wichtig ist vor allem, die wichtigsten Kunden und diejenigen Partner zu informieren, mit denen derzeit noch an Projekten gearbeitet wird.
  • Abwesenheitsnotiz beim E-Mail-Anbieter im Webmailer hinterlegen. (Nicht in Outlook anlegen, wenn der Computer nicht am Netz ist während der Abwesenheit; die Abwesenheitsnotiz wird sonst nicht verschickt.)
  • Auf dem Anrufbeantworter einen netten Spruch hinterlassen.
  • Blogberichte vorab verfassen und zur automatischen Veröffentlichung vorsehen. (So wie dieser hier, der während meines Urlaubs veröffentlicht wird.)

Ich wünsche allen Selbstständigen Mut, Urlaubspläne zu schmieden. Der Schreibtisch und die Kunden sind auch nach ein oder zwei Wochen noch da. Schönen Urlaub!

Und wo fahrt ihr hin?

google+-Hangout mit Philipp Steuer

Tafel_Interview_PhilippSteuerEinen google+-Experten muss ich einfach in einem Hangout treffen.

Mit dem Social Media-Manager Philipp Steuer unterhalte ich mich über seine nebenberufliche Selbstständigkeit und vor allem den Aufbau seiner Themenkompetenz.

Philipp ist für mich ein ideales Beispiel dafür, wie ein junger Berufstätiger seine Leidenschaft für ein bestimmtes Thema Schritt für Schritt wachsen lässt.

Wie es dazu kam, erzählt er in diesem Interview. Gespickt mit jeder Menge wertvoller Praxistipps und einer großen Portion Motiation für junge Gründer!

 

Solo-Selbstständige auf dem Vormarsch

Die neueste Statistik des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM) verdeutlicht den Trend in der Gründerbranche: “78,2% der Existenzgründungen erfolgten in Form eines Einzelunternehmens.”

Die Solo-Selbstständigen sind auf dem Vormarsch. Viele lösen sich aus festgefahrenen, Strukturen des Angestellten-Daseins. Viele Nebenerwerbsgründungen entstehen. So besteht die Möglichkeit entdeckte Talente und Geschäftsideen in die Tat umzusetzen.

Die meisten Selbstständigen / Einzelunternehmer arbeiten natürlich nicht alleine. Durch die heutigen technischen Kommunikationsmöglichkeiten werden virtuelle Teams gebildet, die über Distanzen hinweg gemeinsam an Projekten arbeiten. Oder die vielfältigen Coworking-Spaces bilden Heimat für projektbezogene Arbeiten. Hier findet gemeinsames Arbeiten statt. Hier motivieren sich Selbstständige gegenseitig. Hier findet eine gewisse soziale Kontrolle statt. Hier herrscht ein positiver Druck, Arbeitsergebnisse vorzuweisen, weil andere darauf angewiesen sind.

Herausforderungen für Solo-Solo-Selbstständige

Sorgen mache ich mir nur um die Solo-Selbstständigen, die zu Hause alleine arbeiten. Trotz aller Anfangs-Euphorie und den ersten Erfolgen stellen sich bei jedem einzelnen Gründer früher oder später Zweifel und Ängste ein. Es gilt, die Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen.

Ein müder Gründer.

Es gilt, die Herausforderungen im Rahmen der Selbstständigkeit rechtzeitig zu erkennen.

Ein Bild wie dieses mit einem müden und ratlosen Gründer wünsche ich niemandem. Das erinnert mich an die in Stephan Grünewalds Buch “Die erschöpfte Gesellschaft” (campus, 2013) beschriebenenen ruhelosen, erschöpften Menschen.

Mein Rezept: Raus aus der Einsamkeit!

Weiterlesen